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Multiples Myelom (Plasmozytom):
Das MM ist eine bösartige Erkrankung der Plasmazellen, die zur B-Zellreihe der Lymphozyten gehören und die normalerweise verschiedene Antikörper (Immunglobuline) produzieren. Beim MM sind diese Zellen „entartet„ und proliferieren unabhängig von den Regulationsmechanismen, die sie beim gesunden Menschen unterliegen

Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch ein von den Myelomzellen produziertes Immunglobulin (Antikörper), welches als Paraprotein bezeichnet wird; durch Osteolysen („Knochenauflösung„) sowie durch Infiltration des Knochenmarks, woraus Blutbildveränderungen (v.a. Verminderung der Blutzellen) entstehen. Häufig ist auch eine Schädigung der Nieren „Plasmozytomniere). Sehr selten ist eine Myelomwucherung außerhalb der Knochen („extramedulläres Myelom„).

Das MM tritt ab dem 40. Lebensjahr bis zum Alter zunehmend häufiger auf mit einer Inzidenz von 2-3 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner und Jahr.

Die Symptome der Krankheit sind zum einen allgemeiner Art wie Leistungsminderung, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Infektneigung und Müdigkeit. Zum anderen können spezifische Beschwerden auf ein MM deuten, wie Knochenschmerzen, Symptome der Niereninsuffizienz, vermehrter Durst, Muskelschmerzen und Bewusstseinsstörungen als Zeichen eines erhöhten Blut-Kalziumspiegels oder auch Durchblutungsstörungen bei sehr hoher Eiweiß, bzw. Paraproteinkonzentration im Blut („Hyperviskosität„

Zur Diagnostik gehören: Krankengeschichte, körperliche Untersuchung, Laboruntersuchungen (Blutbild, Blutsenkungsgeschwindigkeit, Kalziumspiegel, Eiweißelektrophorese, Urinuntersuchung), Ultraschall des Bauches, Knochenmarkpunktion sowie Röntgen der Knochen. Wegen der Gefahr einer Nierenschädigung sollte mit jodhaltigen Röntgenkontrastmitteln vorsichtig umgegangen werden.

Zur Stadieneinteilung werden meßbare Parameter aus dem Blut (Konzentration von Hämoglobin, Kalzium und Paraprotein, aus dem Urin (Paraproteinausscheidung im 24-Std. Urin) sowie röntgenologische Knochenveränderungen herangezogen

Eine Sonderform ist die monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS). Hierbei ist lediglich ein monoklonales Paraprotein nachweisbar, die übrigen Myelom-typischen Charakteristika fehlen, so daß es auch keiner Behandlung bedarf. Ein MGUS kann nach Jahren bis Jahrzehnten in ein multiples Myelom (oder eine andere bösartige Bluterkrankung) übergehen.

Je nach Stadium und Art der Erkrankung werden zur Behandlung eingesetzt: Chemotherapie, Cortison, Bisphosphonate und Bestrahlung. Selten kann eine Plasmapherese (Blutwäsche durch Entfernen des Serums) bei sehr hoher Eiweißkonzentration im Blut nötig sein.

Die Prognose hängt von Art und Stadium des Myeloms ab. Eine Überlebenszeit von mehr als 4-5 Jahren bei schleichendem Verlauf ist keine Seltenheit. Bei rasch fortschreitender Erkankung und schlechter Therapieansprache kann die Prognose aber auch sehr schlecht sein. Unbehandlet beträgt die Überlebenszeit dann im Mittel 12 Monate.

Plasmocytom